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Eine Biene sammelt Nektar an einer Blume
© Krzysztof Niewolny, Unsplash

Insektenfreundlicher Garten

Helfen Sie den Bienen

Bienen sind nach Rindern und Schweinen das drittwichtigste Nutztier des Menschen. Weltweit sind über 85 Prozent der Wild- und Kulturpflanzen auf die Bestäubungsleistung der Bienen und einer Vielzahl weiterer bestäubender Insektenarten angewiesen. Ohne Insekten geraten unsere Lebensgrundlagen ins Wanken. Dennoch setzen wir Menschen ihnen immer mehr zu: Klimawandel, Lebensraumzerstörung, Pestizide, Lichtverschmutzung und Versiegelung sind nur einige Beispiele, die zeigen, welch hohem Druck diese Artengruppe heute ausgesetzt ist. Auch der Anspruch auf „saubere“ Gärten vernichtet den Lebensraum vieler Insekten. Wir sollten daher alles tun, die Lebensgrundlagen der Insekten und damit auch unsere zu erhalten. Die einfache Lösung lautet: vielfältig gestaltete Gärten und öffentliche Flächen! Dazu kann jeder einen Beitrag leisten.

Lebensräume schaffen!

Bestäubenden Insekten, zu denen neben der Honigbiene auch viele Wildbienenarten, Fliegen, Käfer und Schmetterlinge zählen,  haben unterschiedliche Anforderungen an ihre Umgebung. Ein naturnah gestalteter Garten oder Park bietet diese Lebensräume: eine kleine Natursteinmauer oder Kräuterspirale, Blütensträucher, Beete mit Blütenpflanzen, Sandhaufen, Totholz sind nur einige Beispiele. Auch ein Insektenhotel bietet Unterschlupf, allerdings nur für einige wenige Arten! Ein natürlicher Nistplatz ist jedoch optimaler und natürlich dürfen die geeigneten Nahrungsquellen nicht fehlen.

Decken Sie den Tisch für die Insekten

Blumenwiese statt Rasen, Blütenstauden und -sträucher statt Steinwüste und Thuja, blühende Wildkräuter am Weg oder im Balkonkasten. Im Handel gibt es spezielle Saatgutmischungen auch für Balkonkästen. Diese Blumenmischungen locken neben Bienen auch Falter und Hummeln an. Beliebt sind auch Kräutergärten: Die Blüten von Thymian, Schnittlauch, Bohnenkraut, Borretsch sowie Zitronenmelisse oder Pfefferminze sind gute Bienennährpflanzen.

Eine Biene sammelt Nektar an einer Blume © Krzysztof Niewolny, Unsplash
Eine Schmetterling sitzt auf einer gelben Blume © Südbrandenburgischer Abfallzweckverband (SBAZV)

Wer sich für Wildpflanzen im Topf entscheidet, tut dies übrigens nicht jedes Frühjahr aufs Neue. Im Gegensatz zur herkömmlichen Balkonbepflanzung handelt es sich um eine Dauerbepflanzung mit mehrjährigen Arten, die auch winterfest sind. Sie bleiben die kalte Jahreszeit draußen stehen und trotzen Frost und Schnee. Von daher gesehen eignet sich der Wildpflanzen-Balkon besonders für bequeme Zeitgenossen, die es zwar schön haben wollen, aber auch noch anderes zu tun haben.

Um Schmetterlingen einen nachhaltigen Lebensraum zu bieten, sollten alle Etappen der Entwicklung berücksichtigt werden. Das betrifft vor allem die Auswahl der richtigen Pflanzen. Schmetterlinge legen ihre Eier nur an solchen Pflanzen ab, die ihren Raupen als Futterpflanzen dienen.Die nimmersatten Raupen brauchen eine Menge Energie, um sich in einen Falter zu verwandeln. Der erwachsene Falter hingegen benötigt nektarreiche Blüten, die er mit seinem langen Saugrüssel ansteuert. Thymian, Brombeeren, Fetthenne, aber auch Brennnessel und Löwenzahn sind Schmetterlingsmagneten. Gerade Brennnesseln sind beliebte Fraßpflanzen für viele Raupen, zum Beispiel vom Tagpfauenauge, Kleinem Fuchs oder Admiral. Wer Brennnesseln im Garten zulässt, wird auch Schmetterlinge anlocken.

Gemeinsam zur bienenfreundlichen Region

Auch das öffentliche Grün kann bienenfreundlich gestaltet werden. Durch Brachflächen, einjährige Blühstreifen neben Äckern oder am Straßenrand wird die Artenvielfalt im Land erhöht. Wichtig ist darüber aufzuklären, dass der Wildkrautbewuchs nicht „chaotisch“ wirkt, sondern Nahrungsgrundlage und Lebensraum für Insekten bietet.

Wespen und Hornissen

Hornissen genießen durch die Bundesartenschutzverordnung besonderen Schutz – auch viele Wespenarten stehen unter Naturschutz. Werden Nester ohne Genehmigung zerstört oder umgesiedelt, kann es zu hohen Geldbußen kommen. Deshalb sollte man auf jeden Fall einen Experten zu Hilfe bitten.

Aber Wespen und Hornissen sind auch sehr nützlich. Ein kleiner Wespenstaat vertilgt bis zu 3.000 Fliegen, Mücken, Raupen, Motten, Spinnen und andere Kleintiere pro Tag. Sie bestäuben Blüten und dienen Vögeln als Futterquelle. Wespen leben nur einen Sommer lang. Im Herbst verlassen sie ihr kunstvoll aus kleingekautem Holz und Speichel gebautes Nest und sterben. Nur die jungen Königinnen suchen sich eine geschützte Unterkunft, um im folgenden Jahr einen neuen Wespenstaat zu gründen.

So gehen Sie richtig um: Wespen stechen wenn sie sich bedroht fühlen. Vermeiden Sie deshalb heftige Bewegungen. Wegpusten der Tiere ist nicht ratsam: Das im Atem enthaltene Kohlendioxid gilt im Wespennest als Alarmsignal. Ein Mittel, Wespen von der Kaffeetafel wegzulocken, ist die Ablenk-Fütterung: Einfach überreife Weintrauben rund zehn Meter entfernt aufstellen.

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